Ein paar Tage nach der Sabre 350 traf dann, leider nicht sooo gut verpackt, aber trotzdem unbeschädigt, ihre große Schwester, die RECORD POWER Sabre 450 bei mir ein. Ein bisschen verunsichert war ich zuerst trotzdem, wegen der „luftigen“ „Verpackung“ dieser doch nicht gerade leichten Maschine, ob denn alles unbeschädigt geblieben war. Der Spediteur hatte das Baby aber gut auf seinem LKW festgezurrt und mit vereinten Kräften haben wir sie dann auf einem Hubwagen in meine Werkstatt geschafft. In der Höhe hat sie auf den beiden Paletten gerade so durch mein Rolltor gepasst.

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Auf den ersten Blick, und in ihrem durchsichtigen Kleidchen, macht sie schon einen wuchtigen Eindruck.

Auch die größere der beiden neuen Bandsägen, die zum ersten Mal auf der Holz- und Handwerk-Messe in Nürnberg vorgestellt wurden, hat mir wieder der Sven, Chef vom Maschinenhandel Meyer GmbH & Co. KG aus Göttingen für euch zum Testen zur Verfügung gestellt.

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Nach dem Entfernen der Transportfolien beeindruckt mich sofort, und dass meine ich jetzt wirklich ehrlich, die absolut massive Bauweise der Sabre 450. Nichts macht hier einen „windigen „Eindruck. Allein die Haptik der Bleche an der Maschinenverkleidung oder der Türen vermittelt einem diese „gewisse Wertigkeit“.

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Die wuchtig, massive Halterung für den von 0° – 45° schwenkbaren Auflagetisch und die Auslegung der Bandführungen der Sabre 450 bestätigen einem sofort, dass „Man“ (oder auch Frau) mit dieser Maschine die richtige Wahl getroffen hat. Nun aber genug der Vorschusslorbeeren, jetzt geht’s ans Eingemachte…

Weil die Säge nach dem Test ja entweder wieder an die Firma Meyer zurückgeht, oder für einen sehr guten Preis an einen unserer Holzwürmer im „Holzwurmtreff“ weitergereicht wird, habe ich mich entschlossen, die Sabre 450 für den Test auf den Paletten zu belassen. Sie wackelte dadurch beim Testen zwar ein wenig, was der Sache aber keinen Abbruch tat.

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Eine kleine „Rundumsicht“…

Aber hier zuerst wieder für alle Interessierten das technische „Datenblatt“…

BANDSÄGE RECORD POWER SABRE 450
Maximale Schnitttiefe:
320 mm
Ausladung: 445 mm
Tischabmessung: 546 x 400 mm
Abmessungen Zusatztisch: 112 x 400 mm
Tischhöhe vom Boden aus: 900 mm
Schwungraddurchmesser: 450 mm
Bandlänge: 3886 mm
Bandbreiten: 6,35 mm – 35 mm
Bandgeschwindigkeit: 1000 m / min.
Motordrehzahl: 1400 rpm
Spannung: 230 Volt
Frequenz: 50 Hz
Volllaststrom: 8.2 A
Kurzschlussfestigkeit: 1 kA
Motoreingangsleistung P1: 2.0 kW
Motorausgangsleistung P2: 1.5 kW
Schallleistungspegel: < 100 dBA
Schalldruckpegel: < 90 dBA
Ø oberer Absaugstutzen: Innen 90 mm / Außen 96 mm
Ø unterer Absaugstutzen: Innen 93 mm / Außen 99 mm
Gewicht: 149 kg
Maße: H = 1880 mm x B = 976 mm x T = 740 mm
Link zum Anbieter Maschinenhandel Meyer: – klick mich –

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Ein kurzer Blick auf die „Bordausstattung“ zeigt uns sofort, das da, im Vergleich zur Sabre 350 etwas fehlt…
Dem geneigten Leser meines Testberichtes der Sabre 350 müsste es eigentlich auffallen?
Na? Der 17er Gabel-Ring-Schlüssel fehlt…warum nur? Auch in der Betriebsanleitung findet man auf der Übersicht des Maschinenzubehörs keine Spur davon.
Muss doch auch bei der Sabre 450 die Führung für den Parallelanschlag mittels zweier M10er Muttern an den Auflagetisch montiert werden? Mit was die Muttern festziehen?
Naja, so lang dieses das einzige „Hoppala“ bleibt… Jeder hat wohl selber einen 17er Gabel-Ring-Schlüssel daheim rumliegen…aber, komisch ist das schon, Sven, Oder ?

Was uns aber auch noch an dieser Übersicht auffällt, ist der blaue Stecker.

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Dieser Stecker verrät uns, das die Sabre 450 auch die dazu passende, 16 A Anschlussdose besitzt.
Um nun die Maschine an eine herkömmliche 220 V Steckdose anschließen zu können, ist dieser Adapter beigelegt.

Wie bei der Sabre 350 beginnt auch bei der Sabre 450 wieder alles mit der Montage des Auflagetisches.

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Bei beiden Maschinen sind die Grundmaße von 546 x 400 mm, die Ausstattung und das Transportschutz-Öl…

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…dass wir mit einem „Balistol-Harzlöser-Schaumbad“ innerhalb weniger Minuten beseitigen, gleich.

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Einziger Unterschied beim Auflagetisch der Sabre 450 ist die grüne Tischverbreiterung, hin zur „linken“ Seite der Maschine, um 112 mm. Maß mit Tischverbreiterung jetzt: 658 mm
Damit uns die „Neuwagenoptik“ des Auflagetisches noch lange erhalten bleibt und die zu sägenden Werkstücke gut darauf gleiten, habe ich ihm nach dem Schaumbad noch eine Behandlung mit SilberGleit zuteilwerden lassen. Ich liebe den Geruch von „SilberGleit“ am Morgen…:-)

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Nach dem Akt der „Reinigung“ drehen wir den Tisch kurz um, damit wir die Einstellschraube mit Kontermutter für die Tischrückstellung auf 90° montieren können. Damit das Ausrichten des Auflagetisches nachher reibungslos klappt, sollte die Schraube über die Hälfte der Länge eingedreht werden.

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Bevor wir den Tisch nun zur endgültigen Montage hochheben, entfernen wir noch den Stift für die Sägebandsicherung. Weil, es soll ja schon vorgekommen sein, dass man dann mit noch montiertem Sicherungsstift das Sägeband einfädeln will…:-)

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Die ca. 2kg Gewichtszuwachs durch die Tischverbreiterung auf nun ca. 25kg erleichtern die Montage auch nicht wirklich… Um das Sägeband beim Einführen in den Führungsschlitz des Auflagetisches nicht zu beschädigen, sollte man ein wenig Vorsicht walten lassen.

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Wie schon bei der Sabre 350, ist es auch bei dieser Maschine ratsam, sich die vier Befestigungsschrauben an den Sockel der Maschine in Griffweite zu legen, da man den Tisch, wenn er erst mal auf der Halterung sitzt, bauartbedingt nicht mehr einfach loslassen kann, ohne Gefahr zu laufen, das einem das Teil seitlich herunterkippt.

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Deshalb – Schrauben an die Maschine legen, Tisch draufheben, Schrauben anheften und schon kann nix mehr passieren.

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Die vier Befestigungsschrauben werden zuerst nur „Handfest“ angezogen um den Auflagetisch, parallel zum Sägeband, leichter ausrichten zu können.

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Durch vorsichtiges Verschieben des Tisches bringen wir das Sägeband genau mittig zur Sägeblattaussparung.

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So sollte das Sägeband positioniert werden.

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Um den Tisch nun genau parallel zum Sägeblatt einzurichten, legen wir einen Winkel bündig an das Sägeblatt…

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und messen den Abstand zur Führungsnut im Tisch auf der rechten und linken Seite.

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Wenn die Werte auf beiden Seiten gleich sind, können wir, ohne den Tisch nochmal zu verschieben, der Reihe nach alle vier Befestigungsschrauben festziehen.

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Wenn alles passt, sollte unser Ergebnis so aussehen.

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Unter Zuhilfenahme einer Bevelbox prüfen wir nun den Winkel des Sägeblattes. Den Wert, den uns die Bevel-Box anzeigt, müssen wir als gegeben hinnehmen, da wir den Winkel des Sägeblattes nicht verstellen können.

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Was wir aber verstellen können, um unseren notwendigen Winkel von 90° zu bekommen, ist der Auflagetisch. Dazu stellen wir unsere Bevel-Box auf den Tisch und einen geeigneten Winkel zur Kontrolle an’s Sägeblatt. Ich habe hier noch beide Teile (Bevel-Box und Winkel) in einer Linie ausgerichtet, um Messfehler durch Schrägstellung zu vermeiden.

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Wir lösen den Feststellhebel für die Tischverstellung durch einen Schwenk nach links, und können den Tisch nun langsam, mit Gefühl, und einem Blick auf unsere Bevel-Box und den Kontrollwinkel so lange mit dem mitgelieferten Ringschlüssel verstellen, bis der Winkel bündig am Sägeblatt anliegt. Hier sollte man ruhig ein wenig „rumprobieren“, bis kein Spalt mehr zwischen Winkel und Sägeblatt zu erkennen ist.

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Dann wird der Tisch mit dem Feststellhebel in seiner Position arretiert und die Bevel-Box auf den Wert „0“ zurückgesetzt. Wenn alles richtig gelaufen ist, stehen Tisch und Sägeblatt nun genau im 90° Winkel zueinander.

Ein Blick auf die Winkelscala unter dem Auflagetisch verrät uns, ob der angezeigte Wert auf der Scala mit unserem eben eingestellten Wert übereinstimmt. Sollte hier der kleine, silberne Markierungspfeil nicht genau auf 0° stehen, kann man diesen durch lösen der kleinen Schraube schnell neu justieren.

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Damit der Tisch, nachdem er z.B. auf 45° geschwenkt wurde, nach dem Zurückschwenken wieder in seine 90° Position zurückkehrt und nicht aufs Neue einjustiert werden muss, finden wir rechts neben der Winkelscala, auf der Oberseite des unteren Maschinengehäuses, den Schwenkblock, auf dem die Einstellschraube, die wir ja kurz zuvor in den Tisch eingeschraubt hatten, aufliegen muss.

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Die Funktion des Schwenkblocks besteht darin, in der Stellung „Einstellung 90°“ den Tisch bei der Rückstellung wieder im 90° Winkel zum Sägeblatt zu justieren. In der Stellung „Einstellung -0 Bereich“ kann der Tisch bis – 10 Grad für Negativschnitte verstellt werden.
Sollte nun zwischen Schwenkblock und Schraube ein Spalt sichtbar sein, drehen wir die Schraube mit der Kontermutter „per Hand“ soweit aus dem Tisch heraus, bis sie leicht auf dem Schwenkblock aufliegt. Dann ziehen wir die Kontermutter zuerst mit der Hand fest, überprüfen nochmal mit der Bevel-Box und unserem Kontrollwinkel, ob sich der Tisch noch genau in der 90° Position befindet. (Die Bevel-Box sollte hier wieder, wie vorhin, 0° anzeigen) Stimmt der Winkel, können wir die Kontermuttern nun mit Hilfe eines 13er Gabel- oder Ringschlüssels mit Gefühl festziehen.

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Schwenken wir jetzt den Tisch,

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sollten die Werte auf unserer Bevel-Box…

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mit den Werten der Maßskala an der Maschine übereinstimmen.

In einem Video auf YouTube, in dem ebenfalls eine Sabre 450 vorgestellt wurde, (hier sehen wir das entsprechende Bild aus dem Sabre 350 Test) viel die Äußerung, das es von Nöten wäre, das Sägeblatt auch am Rücken auf Rechtwinkligkeit zu überprüfen. Das habe ich dann gleich mal gemacht – so gut das eben mit der sehr schmalen Auflagefläche ging. Die Box zeigte mir dann nach mehreren Versuchen immer den gleichen Wert von 89,9° an. Im Video wurde dann geraten, falls der Winkel hier nicht 90° beträgt, diesen doch durch Verstellen des Bandlaufknaufs oben an der Säge „einzustellen“.

Lieber YouTuber, leider unterliegst Du hier einem Irrtum. Mit dem Bandlaufknauf verstellt man lediglich die Lage des Bandes auf den Umlenkrollen, aber keinesfalls den Neigungswinkel des Sägebandes. Da die beiden Umlenkrollen mit einer balligen Auflage versehen sind, sollte bei dieser Maschine das Sägeband immer in der Mitte der Umlenkrollen laufen. Deshalb beeinträchtigt meiner Meinung nach eine Abweichung von 0.4°, gemessen an der Rückseite des Sägeblattes, in keinster Weise das Schnittergebnis negativ.

Nachdem nun Tisch und Sägeblatt genau ausgerichtet sind, erfolgt die Montage der Führung für den Parallelanschlag. Die Führungsschiene wird mit den zwei verstellbaren M10er Gewindebolzen in die dafür vorgesehenen Bohrungen am Tisch eingesteckt und von der Innenseite des Tisches aus mit zwei M10er Muttern gesichert.

Damit der Parallelanschlaghalter mit dem montierten Parallelanschlag genau rechtwinkelig zum Sägeblatt steht, ist es wichtig, die Führungsstange zuerst exakt parallel zum Auflagetsich auszurichten. Mit den verstellbaren M10er Bolzen an der Führungsstange kann der Abstand sehr genau eingestellt werden. Sind die Maße auf beiden Seiten des Tisches gleich, können die beiden M10er Kontermuttern angezogen werden.

Damit sich später der Parallelanschlag nicht nur vertikal, sondern auch horizontal im richtigen Winkel befindet, muss auch die Höhe der Führungsstange zur Oberkante des Auflagetisches eingestellt werden. Sollte es hier auf einer Seite eine Differenz geben, einfach nochmal vorsichtig die Kontermutter auf der Seite lösen, auf der die Differenz besteht. Die Führungsstange kann dann leicht nach oben oder unten bewegt werden, bis auf beiden Seiten die Messwerte gleich sind. Die Kontermutter wird dann wieder festgezogen.

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Die  Massscala in Millimeter und Inch ist nicht aufgedruckt, sondern „spürbar“ geätzt oder gelasert und sollte somit sehr lange „sichtbar“ bleiben.

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Der Halter für den Parallelanschlag kann nun auf die Führungsschiene aufgeschoben werden und ist bereit, den Parallelanschlag aufzunehmen.

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Der Parallelanschlag muss immer bis zur Vorderkante des Halters aufgeschoben werden.

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Wie bereits beschrieben, ist der Parallelanschlag aus massivem Aluminium-Profil gefertigt, und an der Unterseite mit zwei Kunststoffgleitern versehen, die dafür sorgen, dass der Anschlag leicht über den Auflagetisch gleitet aber auch gleichzeitig als Abstandshalter dienen.

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Um nun den Parallelanschlag im 90° Winkel zum Sägeblatt auszurichten, fixieren wir zuerst den Parallelanschlaghalter auf der Führungsstange durch festziehen des Feststellknaufs.

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Der Halter für den Parallelanschlag ist mit einem Nockenantrieb ausgestattet. Dieser erlaubt das sehr genaue Justieren des Parallelanschlags durch Drehen des Winkeleinstellknaufs nach links oder rechts.
Mit einem geeigneten Winkel überprüfen wir, ob der Parallelanschlag horizontal genau auf 90° eingerichtet ist. Der Winkeleinstellknauf wird dann mit der Kontermutter gesichert und der Parallelanschlag mit dem Arretier-Knauf in dieser Lage fixiert.

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Noch kurz die vertikale Ausrichtung des Parallelanschlags kontrolliert – check und passt.

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Damit auch beim Sägen von dünnen Werkstücken die Sägebandführung so weit wie nötig abgesenkt werden kann, ist es möglich, den Parallelanschlag liegend zu montieren.

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Zur Abstützung des Werkstücks bei geneigtem Tisch kann der Parallelanschlag auch auf der rechten Seite montiert werden. Dazu wird einfach der Klemmhebel für den Nockenantrieb vom Halter abgeschraubt und auf der gegenüberliegenden Seite des Halters wieder montiert. Der komplette Parallelanschlag kann nun von der rechten Seite aus auf die Führungsschiene aufgeschoben werden.

Somit sind alle notwendigen Anbauteile des Auflagetisches korrekt ausgerichtet und wir können uns der Einstellung der Bandführungen zuwenden.

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Die Sabre 450 ist mit zwei Bandführungssets ausgestattet. Diese können komplett Werkzeuglos eingestellt werden. Fünf Kugellager pro Set sorgen dafür, dass das Sägeband präzise in der „Spur“ bleibt.
Jeweils zwei Kugellager Ø 35 x 11 mm links und rechts geben dem Sägeband die nötige Seitenführung. Da in der Sabre 450 Sägebänder bis zu einer Breite von 35 mm Verwendung finden, hat RECORD POWER hier jeder Seitenführung ein weiteres Kugellager zusätzlich spendiert, damit auch breite Sägebänder sicher und stabil geführt werden. Das dritte Lager im Bunde ist für die Abstützung des Sägebandes von hinten zuständig. Alle tragenden Teile der Bandführung sind aus massivem Stahl gefertigt. Die Feststellgriffe aus stabilem Kunststoff sind gut erreichbar und leicht zu bedienen.

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Um nun die Bandführungen exakt einstellen zu können, spannen wir zuerst das Sägeband mit dem Sägeband-Schnellspannhebel.

Wir lösen zuerst den Befestigungshebel, der die komplette Führungsbaugruppe in Position hält. Dann lösen wir die Kunststoff-Halteschraube für die hintere Bandführung, damit auch diesem Kugellager genug Raum zum Justieren bleibt. Wir können nun die gesamte Baugruppe problemlos vor und zurückbewegen.

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Jetzt schieben wir die Baugruppe so weit nach vorne, bis die Vorderkante der beiden Kugellager ca. 1-2 mm hinter den Sägezähnen steht. Jetzt können wir den Befestigungshebel für die Führungsbaugruppe wieder vorsichtig festziehen, ohne dabei unsere Einstellung zu verändern.

Jetzt lösen wir die Kunststoff-Halteschrauben für die beiden Seitenführungslager. In der Führung der Lager sind zwei Druckfedern verbaut, die dafür sorgen, dass die runden Führungsbolzen nach dem Öffnen der Halteschrauben ein Stück herausgleiten. Nun können wir einen der Führungsbolzen langsam in Richtung Sägeband drücken. Das Kugellager sollten so nahe wie möglich an das Sägeband herangeführt werden, ohne jedoch das Sägeband im Leerlauf zu berühren. Mit ein wenig Probieren bekommt man sehr schnell das richtige Gefühl dafür, wie weit man den Führungsbolzen hineindrücken muss. Mit der einen Hand drücken, mit der anderen wird die Halteschraube wieder festgedreht. Wer das Gefummel bei andern Bandsägen mit Inbusschlüsseln usw. kennt, wird die Werkezuglose Verstellung der Sabre 450 nicht mehr missen wollen.

Wenn beide Seitenführungen auf diese Weise eingestellt sind, widmen wir uns der hinteren Sägebandführung. Dazu lösen wir wieder die Kunststoff-Halteschraube, bis auch hier der Führungsbolzen ein Stück aus seinem Lager gleitet. Wie bei den Seitenführungen drücken wir wieder den Bolzen mit dem Daumen in Richtung Sägebandrücken. Der Abstand sollte ca. 2-3 mm zum Sägebandrücken betragen, da das Sägeband während des Sägevorgangs in Richtung Kugellager gedrückt wird und dann anliegt. Halteschraube wieder festziehen und die obere Bandführung ist fertig montiert.

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Die untere Sägebandführung der Sabre 450 ist ebenfalls mit fünf Kugellagern ausgestattet. Die Einstellung erfolgt analog zur oberen Sägebandführung.

Die Möglichkeit der Werkzeuglosen Bandführungseinstellung verkürzt die Zeit für den Sägebandwechsel und den Aufwand der damit einhergehenden Einstellschritte meiner Meinung nach erheblich.

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Um bei einem Wechsel das Sägeband durch den Schlitz im Auflagetisch führen zu können, muss zuerst der Sicherungsstift entfernt werden.

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Dann wird das Sägeband mit dem Bandschnellspannhebel entspannt.

Um das Sägeband abnehmen zu können, öffnen wir beide Türen am Maschinengehäuse und fädeln das Sägeband links und rechts aus den Sägebandabdeckungen…

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…zum Schluss wird das Sägeband noch durch den Schlitz im Auflagetisch geführt.

Die Montage des Sägebandes erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge.

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Nachdem das neue Sägeband wieder montiert und mit dem Schnellspannhebel gespannt wurde, kann die endgültige Spannung des Bandes mit dem Bandspannungsknauf eingestellt werden. Die Sabre 450 ist mit einem Blattspannungsindikator ausgestattet, der durch ein Sichtfenster in der oberen Gerätetür sichtbar ist. Dieser kann als ungefähre Richtlinie für die benötigte Spannung verschiedener Sägebänder verwendet werden. Nach einem Sägebandwechsel teste ich die Bandspannung, indem ich die Bandführung auf die höchste Position stelle und mit dem Schiebestock seitlich gegen das Sägeband drücke. Das Band sollte sie dabei nicht weiter als 4 mm durchdrücken lassen. Da es zur Einstellung der Bandspannung recht viele unterschiedliche Meinungen gibt, ist es immer noch der beste Indikator, wenn die Säge wie gewünscht sägt. Sollten einmal evtl. Einstellungs- und Bandspannungsversuche nicht mehr zur gewohnten Schnittqualität führen, ist es wahrscheinlich an der Zeit, ein neues Sägeband anzuschaffen. Weiter geht es, wie bereits weiter oben beschrieben, mit der Einstellung der Sägebandführungen.

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Ist auch diese Einstellung abgeschlossen, wird noch der richtige Sitz des Sägebandes auf den Schwungrädern kontrolliert. Das Sägeband sollte dabei mittig auf der balligen Auflagefläche des Schwungrades liegen. Sollte das nicht der Fall sein, so kann die Lage des Sägebandes recht einfach mit dem Knopf zur Bandlaufverstellung auf der Rückseite der Maschine reguliert werden. Die Sabre 350 ist nun wieder einsatzbereit. Nach ein paar Versuchen schafft man einen kompletten Sägeblattwechsel incl. aller Einstellarbeiten unter drei Minuten… wenn ich da an meine Makita denke…:-)

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Mit der Sabre 450 können Werkstücke bis zu einer Höhe von 320 mm gesägt werden. Zum Einsatz kommen dabei Sägebänder mit einer Länge von 3886 mm und Sägebandbreiten von 6,35 – 35 mm. Mit diesen Maßen ist die Sabre 450 sowohl für Schreiner, Zimmerer oder auch dem sehr ambitionierten Heimwerker oder Drechsler die richtige Wahl.

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Abgesaugt wird die Sabre 450 über zwei separate Absaugstutzen. In meinem „Versuchsaufbau“ hängt am oberen Absaugstutzen die Bernardo 450 Absauganlage. Am unteren Absaugstutzen hängt die Zyklon-Absaugung mit einem Kärcher-Sauger. Für den unteren Absaugstutzen habe ich mir zum Testen aus einem Stück Absaugschlauch, einer DN110 HT-Muffe und einer Reduzierung DN110 auf DN50 ein „Reduzierungsstück“  gebaut. Die DN110 HT-Muffe hat leider einen Innendurchmesser von 110 mm und passt somit nicht wirklich auf einen der beiden Absaugstutzen. Der Absaugschlauch der Bernardo hingegen passt auf beiden Absaugstutzen wie angegossen.

Nun habe ich mir für meine „Testschnitte“ ein paar Holzreste zusammen gesucht um zu sehen, was die Sabre 450 wirklich an Leistung bringt.

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Gesägt habe ich unter anderem, Eiche, Pappel und eine Obstbaumsorte. Leider hatte ich nicht mehr in der Restekiste, aber für einen ersten Eindruck dürfte es ausreichen.

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Sie mag sich auch schon gern mal ein wenig schmutzig machen, wenn sie in ihrem Element ist, die Sabre 450… Da man auf einem Bild die Power dieser Maschine nicht wirklich zeigen kann, habe ich noch ein kleines Filmchen für euch dazu gemacht. (ich werde versuchen, das Video noch dieses Wochenende nachzuliefern) Hier könnt ihr live und in Farbe, aber vor allem ohne irgendwelche Zeitraffer sehen, welche Kraft in dieser Maschine steckt und mit welcher Geschwindigkeit und Präzision sich das Sägeband selbst durch sehr große Werkstücke arbeitet.

Im unteren Sägekasten ist bei der Sabre 450 eine Staubfangplatte aus MPX verbaut. Diese sorgt sehr effektiv dafür, das der größte Teil des anfallenden Sägemehls sofort den richtigen Weg in den Absaugschlauch findet. Diese Platte verschleißt mit der Zeit und muss dann ersetzt werden.

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Hier habe ich nach dem Säge-Test das erste Mal die untere Gerätetür geöffnet. Das Absaugergebnis ist, denke ich mal, mehr als überzeugend. Bei diesem Bild (wie bei allen andern in meinen Testberichten) ist nichts geschönt oder „gephotoshopt“…wie sagt der Mann mit den Möhren immer „Dafür stehe ich mit meinem guten Namen“….:-) Nach diesem Ergebnis bin ich echt gespannt, ob die Bernardo 450 an der Sabre 350 das gleiche gute Ergebnis bringen wird. Bisher konnte ich dort die Absaugleistung nur mit dem Zyklon-Sauger und der Reduzierung testen.

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Alles landet, wie es sich gehört, im Auffangsack der Bernardo…

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Durch die sehr gute Absaugung ist nur noch eine Umlenkrollenbürste zum Reinigen der balligen Auflageflächen nötig, auf der sich nach meinem „Schnittest“ keinen nennenswerten Sägemehlablagerungen gezeigt haben.

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Einzig am Sockel der Maschine finden sich am Ende meines Tests ein paar Sägespäne.

 

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Die Sabre 450 ist mit verschiedenen Sicherheitsfunktionen ausgestattet, die lt. Anleitung, wöchentlich auf ihre Funktion überprüft werden sollten. Die beiden Türen am Maschinengehäuse sind mit ineinandergreifenden Mikroschaltern ausgestattet, die die Maschine sofort stoppen, wenn während des Sägevorgangs eine der Türen geöffnet wird. Die beste Möglichkeit, um die Sicherheitsschalter zu testen, ergibt sich bei einem Sägebandwechsel, wenn noch kein Band montiert ist. Dazu wird die Maschine bei geschlossenen Türen eingeschaltet. Dann eine Türe öffnen. Die Säge sollte nun sofort stoppen. Ist dies nicht der Fall, kann einer der Mikroschalter verschmutzt, verstellt oder defekt sein. Bringt die Reinigung oder Einstellung kein besseres Ergebnis, ist der Mikroschalter sofort auszutauschen.

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Ein ebenfalls verbauter Nichtspannungsschalter verhindert das versehentliche Wiederanlaufen der Sabre 450 nach einem Stromausfall.
Unter dem On-Off-Schalter finden wir den Drehschalter, mit dem wir das Verhalten der elektromagnetische Bremse steuern können. Drehen wir den Schalter nach links, sorgt die elektromagnetische Bremse dafür, dass das Sägeband nach Betätigen des Off-Schalters innerhalb weniger Sekunden gestoppt wird und so lange blockiert bleibt, bis die Maschine wieder angeschaltet wird. Um das Sägeband z.B. für die Bandeinstellung  freizugeben, wird der Schalter einfach nach rechts gedreht. Nach ca. 10 Sekunden beginnt die Kontrollleuchte am Drehschalter zu leuchten und die Sabre 450 teilt uns durch ein lautes „Klack“ mit, das die elektromagnetische Bremse jetzt gelöst ist und die Schwungräder sich nun wieder frei drehen lassen.

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Leider kann die Sabre 450 nur in einer Bandgeschwindigkeit von 1000 m / min betrieben werden. Ein Antriebsriemen sorgt hier für den nötigen Kraftschluss. Sie ist damit zwar hervorragend geeignet, alle Holz- und Plattenwerkstoffe zu sägen – Nichteisenmetalle sollte man mit dieser Geschwindigkeit aber nicht bearbeiten.

Mein Fazit zur RECORD POWER Sabre 450 Bandsäge:
Wie schon oben angeführt, kann ich mir die Sabre 450 sehr gut in einer Schreinerei oder in einem Zimmereibetrieb vorstellen. Mit ihrer Ausstattung, der massiven Bauweise und der Motor-Power von 1,5 kW die sie mitbringt ist sie bestens für alle dort anfallenden Aufgaben geeignet. Aber auch für Drechsler, die öfter größere Werkstücke bearbeiten und eine Maschine mit sehr guter Durchzugskraft suchen, sind mit der Sabre 450 auf der sicheren Seite.