Im zweiten Teil geht es weiter mit dem Anfertigen der beiden Türen in Rahmenbauweise. Bei einem älteren Projekt von mir ( A Kastl für die Mama ) habe ich mich ja bereits einmal an Türen in Rahmenbauweise versucht. Damals habe ich die Verbindungen der Längs- u. Querfriese mit der Festool-Domino hergestellt. Dieses Mal wollte ich aber einmal die traditionelle Schlitz- u. Zapfenverbindung ausprobieren.

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Dafür habe ich, wie beim Korpusbau, das benötigte Material wieder aus den 24 mm Terrassendielen gefertigt. Nach dem Dickenhobeln blieb noch eine Restdicke von 21 mm übrig.

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Hier alle benötigten Teile für zwei Türen und eine Schubladenfront. Bereits auf Endmaß geschnitten und auf 20 mm Dicke ausgehobelt.

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Nachdem ich mit der Handsäge noch nicht wirklich fitt bin und mir so präzise Schnitte für eine passgenaue Schlitz- und Zapfenverbindung noch nicht zutraue, habe ich mir, nach dem Studium von ein paar YouTube-Videos, eine kleine Vorrichtung für meine Festool CS 50 Zugsäge gebaut.

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Nachdem alles genau eingerichtet war gingen die Schnitte wirklich sehr leicht und vor allem recht zügig von der Hand.

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In ein paar Minuten waren alle Verbindungen sauber und vor allem passgenau geschnitten.

Die nächste „Herausforderung“ für mich war das Anfertigen der Füllungen für die beiden Türen mit den Maßen 600 x 400 x 8 mm. Benötigen würde ich also jeweils drei Brettchen mit 140 mm Breite und 650 mm Länge pro Tür. Da ich die 24 mm Dielen nicht auf 8 mm herunter hobeln wollte, musste ich mir überlegen, wie ich die Teile nun am besten auftrennen könnte. Hochkant wollte ich die Lärchen-Dielen zum Aufteilen nicht über meine CS50 schieben – zum einen, weil die Schnitthöhe mit 5,5 cm selbst bei beidseitigem Schnitt nicht ausgereicht hätte und zum anderen weil mir mit über drei Millimeter Sägeblattbreite zu viel Material verloren gegangen wäre.

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Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, meine Makita-Bandsäge aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Das Sägeblatt für Längsschnitte mit sehr wenigen Zähnen war schnelle aufgezogen. Nach einem Probeschnitt in einem Restholz, habe ich dann mit einem leicht mulmigen Gefühl die 140 mm Diele am viel zu niederen Anschlag der Makita entlang geschoben.

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Aber, was soll ich sagen? Es hat wunderbar geklappt. Für den ersten Versuch war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

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Dann alle Brettchen auf die Endstärke von 8 mm ausgehobelt. Klappt auf dem Makita Dickenhobel völlig problemlos. Um sicherzustellen, das beim Dickenhobeln evtl. auftretende Hobelmarken später nicht sichtbar werden, habe ich das Material ein paar Zentimeter länger als nötig belassen.

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Auch hier hat mich das Endergebnis überzeugt. Die Kanten habe ich vor dem Verleimen wieder auf meinem Frästisch gefügt.

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Beim Verleimen der 8mm dünnen Brettchen war etwas Feingefühl angesagt. Ein klein wenig zu viel Druck mit den Besseys und schon flutschten die Füllungen auseinander. Mein erster Gedanke hierzu war ja, wie beim Verleimen der Korpus-Teile, Flachdübel als „Verrutschsicherung“ einzufräsen. Aber, bei einer Flachdübeldicke von 4 mm und einer Brettdicke von 8 mm war mir das dann doch ein wenig zu gefährlich. Mit „ein wenig Druck“ von oben war aber dann auch dieses Problem schnell bewältigen.

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Nach dem Verleimen werden die Füllungen mit dem Excenter bis 240 hochgeschliffen.

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Dann werden am Frästisch die 8 mm Nuten eingebracht…

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und die Längs- und Querfriese an der Innenseite leicht angefast.

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Die Füllungen sitzen nach dem Schleifen mit umlaufend 5 mm Spiel stramm in den Nuten.

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Hier seht ihr kurz meinen „Verleimaufbau“. Die Zapfen habe ich mit leichtem Überstand gefertigt, um sie später passgenau angleichen zu können.

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Die noch rohen Kanten vor dem „Besuch“ auf dem Frästisch. Die Zapfen sind hier bereits geschliffen.

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Hier die fertig gerundeten Außenkanten der Türen und Endschliff mit Korn 240.

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Damit ich die Topfbänder für die Türen montieren kann, muss erst noch der Korpus fertig gestellt werden. Es fehlt noch die 12 mm MPX-Rückwand. Zuerst wollte ich auch diese aus Leimholz anfertigen, doch war mir das Auftrennen von 170 cm langen Dielen auf der Bandsäge doch ein wenig zu heikel. Also kurz die Rückwand mit der TS 55 und Führungsschiene auf dem MFT formatiert und ebenfalls bis Korn 240 innen und Korn 180 außen geschliffen.

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Da ich den Schrank ja später mit Keilleisten an der Wand befestigen will, habe ich die Rückwand in einen umlaufenden Falz gelegt, vorgebohrt und die Bohrlöcher mit dem 3,5mm Festool-Bohrsenker angesenkt.

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Verschraubt hab ich sie mit  3,5 x 30er SPAX

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Die Lochreihen für die 4 gewünschten Fachböden habe ich diesmal mit einer kleinen Bohrschablone, die ich vor längerer Zeit mal auf ebay gekauft habe, eingebracht. Um die Bohrsachablone von Hettich für die Topfbänder nutzen zu können, sind die Bohrungen im System 32 angelegt.

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Die Bohrungen werden in Massivholz unter Verwendung eines 5mm Holzbohrers und der Bohrmaschine zwar nicht ganz so sauber, wie mit der Oberfräse und entsprechendem Fräsbohrer, aber, ich wollte den Korpus nicht nochmal komplett zerlegen, um die große Bohrschablone für die Oberfräse passgenau auflegen zu können.

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Zum Abschluss habe ich die Korpus-Aussenseiten ebenfalls noch bis Körnung 240 geschliffen.

< Teil 1 >