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Nachdem mich nun schon ein paar Anfragen wegen meinem Zuschnittbrett für die CS50 erreicht haben, kommt hier der versprochene Baubericht. Ich hoffe, ich kann damit dem einen oder anderen weiterhelfen.

Als ich mir vor über 2 Jahren die CS50 angeschafft habe, bin ich auf der Suche nach kostengünstigen Tipps für sinnvolle Erweiterungen natürlich auch über das Thema Zuschnittbrett gestolpert. Ein paar YouTube-Videos später war ich natürlich angefixt – sowas wollte ich auch haben, um die doch sehr knapp bemessene Auflagefläche der CS50 zu erweitern, ohne gleich die nicht gerade billige Tischverlängerung- oder Verbreiterung anzuschaffen. Nachdem ich mir meine neue kleine Säge mal genauer angeschaut habe, musste ich schnell feststellen, das dem Sägetisch was wichtiges fehlte. Nämlich anständige Führungsnuten in der Arbeitsplatte der Säge. Bei einem „Eisenschwein“ ist der Arbeitstisch ja normal aus massivem Guss mit U-förmigen Führungsnuten gefertigt.

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Bei der CS50 hingegen ist er aus Alu, nicht gerade spielfrei und die Führungsnuten sind nicht unbedingt dafür ausgelegt, Gleitschienen irgendwelcher Art aufzunehmen. Dadurch, das sie für die Aufnahme der Festool-Hebelzwingen gedacht sind, fehlt es ihnen bauartbedingt an einer richtigen U-Form. Auch sind Breite und Höhe zu knapp bemessen, um hier eine stabile Führung befestigen zu können.

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Natürlich könnte man sich auf dem Frästisch entsprechene Führungsleisten mit Aussparung für die zwei in das Profil ragenden Nasen anfertigen. Aber, ich vermute, das das „einfädeln“ des doch nicht ganz so leichten Zuschnittbrett’s zu einem Geduldsspiel ausarten würde. Deshalb habe ich mal weiter geschaut, was die Säge sonst noch so „zu bieten“ hat, um was dran fest zu machen.

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Was mir dann aufgefallen ist, sind die seitlich mit dem Grundträger fest verbauten, umlaufenden V-Nutschienen. Diese dienen zur Aufnahme des Schiebetisches. Der Winkel dieser V-Nutschienen beträgt genau 90°…

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… und sie machen einen sehr stabilen Eindruck. Ich habe dann alle wichtigen Maße an der Säge abgenommen und mit SketchUp ein paar Entwürfe gemacht.

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Hier ein paar Ansichten meiner „Bemühungen“…

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Draufsicht

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Ansicht von unten mit montierten Keilführungen.

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und die Seitenansichten.
Da bei der CS50 das „Schieben“ des Zuschnittbrett’s durch den sehr kurzen Sägetisch nicht wirklich sinnvoll ist, habe ich mich bei meiner Konstruktion mehr auf den Einsatz der Zugfunktion beschränkt.
Wichtig war mir dabei, das die zu bearbeitenden Werkstücke sicher gespannt werden können und man dank der Zugfunktion auch kleinere Teile nicht per Hand durch das Sägeblatt schieben muss.

Wer Lust hat, das Zuschnittbrett nachzubauen findet hier die SketchUp-Datei zum download.

Leider, wie bei manchen meiner älteren Projekte, bei denen ich noch nicht an einen Blog dachte, habe ich beim Bau keine Bilder gemacht. Mit Hilfe der SketchUp-Datei dürfte es aber kein großes Problem darstellen, das Zuschnittbrett nachzubauen und es an eure Bedürfnisse, was die Größenverhältnisse anbelangt, anzupassen. Wichtig ist nur, das die Maße und Abstände für die Gleitschien genau eingehalten werden, damit später alles spielfrei sitzt.

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Hier das bereits fertiggestellte Zuschnittbrett. Ich habe es komplett aus MPX-gebaut. Bisher, nach über 2 Jahren, ist keinerlei Verzug festzustellen. Die beiden oberen Queranschläge…

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…sind von unten nur ohne Leim „gespaxt“, damit man sie später, beim Einstellen des rechten Winkels zum Sägeblatt, genau ausrichten kann.

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Die beiden 45°-Winkel an den Führungen habe ich auf der CS50 am Parallelanschlag geschnitten. Das waren damals meine allerersten Gehrungsschnitte auf dieser Säge. Es hat, wie man sieht, sehr gut geklappt.

Die Führungen mit den angesägten Winkeln passen spielfrei in die Umlaufenden V-Nuten des Tisches.

Um das Zuschnittbrett beim Betrieb im „Zugsägenmodus“ am Verrutschen zu hindern, habe ich auf der hinteren, schmalen Seite ebenfalls eine dieser keilförmigen Führungen angebracht. Zusätztlich kann, wenn nötig, das Zuschnittbrett mit zwei Einhandzwingen am Grundgestell nochmal extra fixiert werden.

Um das fertig gebaute Zuschnittbrett nun „einzusägen“, muss zuerst der Spaltkeil an der Säge entfernt werden. Dann wird das Zuschnittbrett einfach bei ganz nach unten gefahrenem Sägeblatt auf die Säge aufgelegt. Jede der drei montierten Keilleisten muss dabei passgenau in den umlaufenden V-Nuten sitzen. Zur Sicherheit wird das Zuschnittbrett noch mit Zwingen an der Unterkonstruktion der Säge festgeklemmt. Dann die Säge auf Zugfunktion umstellen und einschalten.

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Das Sägeblatt langsam bis zum Anschlag hochdrehen und den Zughebel der Säge ganz bis zum Anschlag nach hinten ziehen. So sollte die Endstellung des Sägeblattes aussehen. Somit wird auch klar, wozu der „Sicherheitsklotz“ in der Mitte des Zuschnittbrett’s dient.

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Nach dem Einsägen der Trägerplatte und bei ganz hochgefahrenem Sägeblatt, bleibt immer noch eine Gesamtschnitthöhe von knapp 40 mm. Ich habe für die Trägerplatte MPX in 15 mm Stärke verwendet. Da könnte man durch die Verwendung einer dünneren Platte evtl. noch den ein oder anderen Millimeter sparen. Ob das ganze dann aber noch genau so Verwindungssteif ist, kann ich nicht sagen. Ich bin da lieber immer etwas vorsichtiger und verzichte auf die paar Millimeter. Zumal die Teile, die ich darauf bearbeite, eher kleinere Dimensionen aufweisen. Wenn’s wirklich größer wird, hab ich meine Kapp-Säge.

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Die Schnittlänge bei eingebautem Spaltkeil beträgt ca. 165 mm…

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…bei demontiertem Spaltkeil ca. 220 mm.

Vor der Montage des Sägeblattschutzes wird der vordere Anschlag noch genau zum Sägeblatt ausgerichtet. Dann mit der 5-Schnitt-Methode die Einstellung überprüfen. Wenn alles schön im Winkel ist, den vorderen Anschlag endgültig festschrauben und nicht vergessen, den Sägeblattschutz am Zuschnittbrett zu montieren.

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Beim Vermessen hatte ich ein Original-Festool Sägeblatt eingebaut. Hier das HW 190 x 2.6 / FF Z32W

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Der erste Einsatz – zuschneiden der Trennwände für meinen Schleifpapierständer. Hat super geklappt.

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Auch das nuten der Haltekämme für meinen Zwingewnschrank (hier sieben auf einen Streich) ging sehr komfortabel und problemlos.

Fazit: Auch wenn man viele Sachen auf der Kappsäge, oder ohne das Zuschnittbrett direkt auf der TKS machen kann, gibt es doch Situationen in denen ich froh darüber bin, das Teil gebaut zu haben. Gerade in Verbindung mit der Zugfunktion der CS50 trägt so ein Zuschnittbrett, besonders bei kleinen Werkstücken, ganz erheblich zum sicheren sägen bei. Das zu sägende Teil kann immer gut befestigt werden. Dadurch sind die Finger immer weitgehend aus dem Gefahrenbereich. Ich arbeite immer noch sehr gerne damit.