Nachdem ich mir nun tagelang Gedanken darüber gemacht hatte, was den nun alles so rein soll in die neue Werkstatt, muss ich ganz ehrlich sagen, das es gar nicht sooo einfach ist. Es soll ja doch so einiges reinpassen und 20 qm sind doch sehr schnell „vollgestellt“. Also hab ich erstmal die Besten Plätze für die drei größten Teile gesucht. Zum Ersten die Werkbank – bzw. den „Multifunktonstisch“. Weil dieser ja die verschiedensten „Zwecke“ erfüllen soll, kann ich mir hier leider keine herkömmliche Hobelbank reinstellen. Zum Zweiten den Zwingenschrank. Er muss Platz für viele Zwingen auf sehr wenig Raum bieten. Und zum Dritten der zweite, größere Systainerschrank, der Platz für 14 weitere Systainer bieten soll. In der Mitte des Raumes bleibt dann noch Platz für einen MFT-Nachbau und einen großen Frästtisch, der, wenn nicht zum fräsen gebraucht, als weiterer MFT-Ersatz benutzt werden kann. Die Festool CS 50 – Tischzugsäge hat auch noch Platzbedarf angemeldet, ebenso die Makita-Bandsäge. Na, mal sehn, ob da noch Platz für den Hobby-Schreiner bleibt…:-)

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Da ich ja von Haus aus ein optimistisch denkender Mensch bin, wird das schon alles da reinpassen. Um es aber wirklich zu wissen, musste es eben ausprobiert werden und genau deshalb begann ich erstmal mit dem Bau der „Multifunktions-Werkbank.

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Hier mal einige Bilder aus der SketchUp-Planungsphase…Grundgestell aus 80 x 80 mm Fichte-KVH (Konstruktionsvollholz),

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Verbindungsart Dominos 10 x 80 mm und Bindan D3 Holzleim

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Verbaut hab ich 136 Dominos

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Zu beachten war, das sich die Dominos in der Mitte der Kanthölzer nicht treffen sollten.

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Als nächsten Schritt bestellte ich erstmal beim Holzhändler meines Vertrauens 15 Stangen Fichte-KVH (Konstuktionsvollholz) 80 x 80 mm und einer Länge von 5 Metern, jeweils 4 Stück Multiplex-Platten 1250 x 2500 in 12, 15, 18 und 24 mm. Zuerst wollte ich 100 x 100 mm KVH nehmen, da aber die Kappex nur 88 mm in einem Rutsch schneiden kann, wollte ich mir das Drehen der vielen Kanthölzer nicht antun.

Das bestellte Material würde für die wichtigsten Werkstattmöbel erstmal reichen. 2 Tage später kam die Lieferung und ich konnte mit dem Ablängen der Kanthölzer beginnen. Leider hab ich davon keine Bilder gemacht, aber ich war froh, das ich die 5 Meter Stangen in meiner Lagerhalle mit Hilfe der Kappex und meinem „Plattenformatierungstisch“ schnell und wiederholgenau zusägen konnte.

Zurück in der neuen Werkstatt wollte ich alle Kanthölzer mit dem Metabo-Excenterschleifer ein wenig „Griffreundlicher“ gestalten. Aber wie es der Zufall so wollte, kam am gleichen Tag mein neuer kleiner Makita Dikenhobel an und den musst ich an einem Probestück natürlich gleich testen. Die Oberfläche gefiel mir dermaßen gut, das ich das mit dem Excenterschleifer verworfen habe und alle Kanthölzer durften gleich Bekanntschaft mit der neuen Makita-Maschine machen. Endmaß der Kanthölzer nun 79 x 79 mm, Ich denke der fehlende Millimeter wird der Sache keinen Abbruch tun. Leider hab ich vor lauter „Hobelfreude vergessen, ein Bild zu machen…

Dann ging die Fräserei für die Dominos los….

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Der Stapel mit dem Ausgangsmaterial KVH Fichte 80 x 80 mm, Roh, wie es von der „Stange“ kommt…

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Da ich nicht jedes Teil immer wieder anzeichnen wollte, was die Fehlerträchtigkeit unnötig erhöht hätte, die Anschlagzapfen der Domino XL nicht für alle Fräsungen gepasst haben und für mich bei meinem Hobby unter anderem eh „der Weg das Ziel“ ist, habe ich mir eine Vorrichtung gebaut. Mit der konnte ich sehr Wiederholgenau und ohne einmal einen Stift oder das Maßband anzufassen (außer zum Herstellen der Schablone) alle 272 Fräsungen in den verschiedensten Anordnungen und Höhen (bei den Beinen z.B.) sehr präzise und schnell einbringen.

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Werkstück und Domino liegen für die ersten Fräsungen unverrückbar im „Grundgestell“ der Vorrichtung. Die erste Stufe schaut noch recht einfach aus…(dafür braucht er doch keine Vorrichtung…pffft, hör ich euch schon stöhnen)

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Entsprechend unspektakulär sieht dann auch die erste Fräsung aus…

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Bei der zweiten Fräsung hätte ich das Kantholz natürlich um 180 Grad drehen können….habe ich aber nicht.

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Weil ich ja bei der Fräsung am Gegenstück auch nicht einfach „drehen“ konnte, sondern ich wieder anreißen oder irgendwie liegend die Domino XL auf dem Kantholz befestigen hätte müssen und das alles wieder auf Kosten der Passgenauigkeit gegangen wäre, kam der Teil 2 der Vorrichtung zum Einsatz. Einfach auf das „Grundgestell“ aufgelegt – Domino XL spielfrei draufgelegt – fräsen – fertig. Oh Mann…ich hoffe, irgendjemand versteht meine verzweifelten Erklärungsversuche…:-)

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Die nächten Fräsungen waren für die Querhölzer, die den Fußfreiraum der Werkbank nach oben begrenzen sollten, Lichte Weite vom Fußboden 21 cm. Dann passt noch schön so eine große PVC-Wanne von IKEA drunter. Es mussten wieder 4 Fräsungen mit „liegenden“ Dominos eingebracht werden.

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Vorrichtung Nr. 3 auf das „Grundgestell“ auflegen – fräsen.

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Dann auf Teil 3 noch Teil 2 auflegen – fäsen – fertig.

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Die restlichen Fräsungen waren dann ganz ohne Vorrichtung zu machen, dafür musste ich die leider wieder anreißen, ging aber recht fix – dank Maßschablone :-). Einfach flach auf den Tisch, kurz festzwingen, fräsen und dann einfach umdrehen und von der anderen Seite…

Im Nachhinein betrachtet würde ich diese Verbindungsart für diesen Zweck wieder wählen, da die Kombination Dominos und Holzleim eine bombenfeste Verbindung ergiebt. Auch ist das Fräsen der Dominolöcher mit der Domino 700 XL eine wahre Freude. Für das Stemmen der Zapfenlöcher „per Hand“ hätte ich warscheinlich ein halbe Ewigkeit gebraucht, von der Passgenauigkeit mal ganz abgesehen…

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Die gefrästen Beine nach dem ersten Durchgang.

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Und die Querstreben.

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Da „von Werk aus“ die Kanten sehr unregelmäßig angefast waren, habe ich sie alle noch kurz durch die Tischfräse geschoben. Auch wenns nur eine Werkbank wird…das Auge isst ja auch mit…:-)

Im nächsten Teil gehts dann mit dem Zusammenbau und den Verleimarbeiten weiter.